IMI – Spitzel auf dem Mittelmeer

IMI – Spitzel auf dem Mittelmeer

Im September 2016 waren zwölf NGO-Schiffe in der Search-and-Rescue-Zone im Einsatz. Die Vos Hestia von Save the Children war eines davon. Zu ihrer Vertragscrew gehörte eine kleine private Sicherheitsfirma: IMI Security. Was damals niemand wusste: Chef und Mittarbeiter:innen waren Fans rechter Politiker.

Drei dieser IMI-Security-Agenten, Floriana Ballestra, Pietro Gallo and Lucio Montanino, lösten die Ermittlungen gegen die Iuventa aus. Am 25. September schickten sie eine E-Mail an den AISE (den italienischen Auslandsgeheimdienst) und behaupteten, Beweise für eine mögliche Kollusion zwischen der Iuventa und Schmugglern zu haben. Vom italienischen Geheimdienst erhielten sie nie eine Antwort, doch sie wandten sich auch an Luigi Di Maio ("5-Sterne-Bewegung") und Matteo Salvini (Lega) persönlich. ESalvini antwortete umgehend. Während ihres nächsten Einsatzes in der Search-and-Rescue-Zone verschafften die IMI-Mittarbeiter:innen der mächtigsten rechten Stimme Italiens einen direkten Einblick ins Herz der zivilen Flotte. Zweieinhalb Jahre später, im Januar 2019, bereute Pietro Gallo öffentlich, Salvinis Spitzel gewesen zu sein, und deutete an, er sei mit dem Versprechen eines Jobs geködert worden. Er räumte zudem ein, nie Beweise für eine Beziehung zwischen NGOs und Schmugglern gehabt zu haben.

Am 14. Oktober 2016, nach der Rückkehr von ihrem Einsatz, erstatteten die IMI-Security-Arbeiter:innen offiziell Anzeige bei der Justiz in Trapani und rückten die Iuventa damit ins Zentrum jahrelanger Ermittlungen, an denen mehrere Strafverfolgungsbehörden beteiligt waren, darunter der SCO, eine auf organisierte Kriminalität spezialisierte Ermittlungseinheit der italienischen Polizei. In den folgenden Monaten steckte das Ermittlungsteam enorme Ressourcen in den Fall, darunter Telefonüberwachung, Wanzen und einen verdeckten Ermittler.

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