Gefira
Eine niederländische rechtsextreme Stiftung, die ab Ende 2016 eine zentrale Rolle in der Desinformationskampagne gegen Seenotrettungsorganisationen spielte.
Zwei Gefira-Berichte wurden zu Schlüsselquellen der Schmutzkampagnen. Der erste behauptete, ein einzelner Tweet eines Journalisten an Bord eines Rettungsschiffs sei der Beweis für abgesprochene Kontakte mit Schmugglern, eine Behauptung, der der Kapitän des Schiffs umgehend widersprach. Der zweite kombinierte AIS-Schiffsverfolgungsdaten mit Ankunftszahlen des UNHCR und präsentierte legale, koordinierte Rettungseinsätze außerhalb libyscher Hoheitsgewässer als „Beweis" für Schmuggel von Migrant:innen. Beide Berichte wurden von rechtsextremen, islamfeindlichen und verschwörungsideologischen Websites verstärkt, darunter Infowars und Zerohedge, die die angebliche Kollusion mit der weißnationalistischen Verschwörungserzählung vom „Großen Austausch" verknüpften.
Zeitgleich veröffentlichte Frontex-Berichte wiederholten ähnliche Behauptungen, darunter den angeblich „ersten dokumentierten Fall" von Schmugglern, die Migrant:innen direkt an ein NGO-Schiff übergeben hätten. Der Kapitän des betreffenden Schiffs widersprach: Bei dem Boot habe es sich offenbar um „Motorfischer" gehandelt, Anwohner, die nach Rettungen die Motoren zurückgelassener Boote bergen.