Alarm Phone
Was heute als SAR-Aktivismus bekannt ist, entstand aus dem Direct-Action-Ansatz von Initiativen wie dem Alarm Phone. Seit 2014 baut das Alarm Phone transnationale Netzwerke auf, um Menschen auf der Flucht über seine Hotline zu unterstützen und Druck auf die Seenotrettungsbehörden auszuüben, damit diese ihrer Pflicht zur Rettung von Menschen in Seenot nachkommen.
Das übergeordnete Ziel dieser Initiativen ist es, einen mediterranen Raum gegenseitiger Solidarität zu schaffen und für Bewegungsfreiheit und offene Grenzen für alle einzutreten.
Unser Hauptziel ist es, Menschen in Seenot eine zusätzliche Möglichkeit zu geben, ihren Notruf hörbar zu machen. Das Alarm Phone dokumentiert die Situation, informiert die Küstenwachen und mobilisiert, wenn nötig, in Echtzeit zusätzliche Rettungsunterstützung. So können wir, zumindest in gewissem Umfang, Druck auf die zuständigen Rettungsstellen ausüben, um Pushbacks und andere Menschenrechtsverletzungen gegen Geflüchtete und Migrant:innen auf See abzuwenden.
Die Nummer der Hotline wird vor allem über direkte Kontakte zu Communities von Geflüchteten und Migrant:innen in den Transitländern Nordafrikas und in der Türkei verbreitet. Das Alarm Phone ist in allen drei Grenzregionen des Mittelmeers aktiv: im zentralen Mittelmeer (von Libyen und Tunesien nach Italien), im westlichen Mittelmeer (von Marokko nach Spanien) und in der Ägäis (von der Türkei nach Griechenland). Das Projekt erstellt und verbreitet zudem Flyer, Videos und weitere Informationsmaterialien über die Risiken der Überfahrt über das Mittelmeer.
Das Alarm Phone wird vollständig von Ehrenamtlichen getragen, von denen viele seit Jahren an den EU-Außengrenzen aktiv sind. Einige Mitglieder haben selbst die Erfahrung gemacht, diese Grenzen zu überqueren. Das Projekt wird von einem breiten zivilgesellschaftlichen Netzwerk unterstützt, darunter Forscher:innen, Journalist:innen, Überlebende und Angehörige von Menschen, die auf See verschwunden sind.
Unsere Ziele: Kurzfristig konzentriert sich das Projekt darauf, dass Rettungseinsätze umgehend durchgeführt und Menschenrechtsverletzungen verhindert werden. Zugleich wissen wir: Das Sterben von Geflüchteten und Migrant:innen auf See könnte längst der Vergangenheit angehören, wenn die Grenz- und Visaregime aufgelöst würden. Ohne einen radikalen Wandel ist absehbar, dass auf die jüngsten Tragödien im Mittelmeer viele weitere Tote folgen werden. Unser langfristiges Ziel sind deshalb offene Grenzen und Bewegungsfreiheit für alle.
Links
Website: alarmphone.org
Emergency number: +49 30 220119540 / +33 4 86 51 71 61
Twitter/X: @alarm_phone
Instagram: alarmphoneofficial
Email: media@alarmphone.org